Umsatz mit Spielwaren in Deutschland 2020 um neun Prozent gestiegen

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Der Umsatz mit Spielwaren ist in Deutschland im Corona-Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um neun Prozent auf 3,7 Milliarden Euro gestiegen. Der Umsatz mit Spielen und Puzzles wuchs um 21 Prozent. Das teilte der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) mit.


In diesem Artikel dreht sich alles um den Umsatz mit Spielwaren im Corona-Jahr 2020. Details zum Umsatz mit Gesellschaftsspielen findet ihr in unserem Artikel Umsatz mit Gesellschaftsspielen und Puzzles in Deutschland um 21 Prozent gestiegen.

Die Erwartungen der Branche für 2021 seien verhalten optimistisch. Kopfzerbrechen bereiteten vor allem die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den stationären Spielwarenfachhandel. Dieser könne mit der zweiten Infektionswelle und dem erneuten Lockdown in existenzielle Nöte geraten. Das ist das Ergebnis einer DVSI-Umfrage unter Mitgliedern. Eine weitere Herausforderung blieben intakte, funktionierende Lieferketten. Einzelne Hersteller hätten zuletzt über erhebliche Mehrkosten durch eine Knappheit bei Containerschiffen im China-Verkehr geklagt. Zudem gebe es Unterschiede: Große Hersteller profitierten vom Online-Boom, kleinere Produzenten etwa von Holzspielzeug seien viel stärker auf die Präsenz in den Läden angewiesen. Besonders zuversichtlich blickten die Warengruppen Modelleisenbahn/Zubehör (61 Prozent), Modellbau & Hobby (60 Prozent) und Games/Puzzles/Lernen (54 Prozent) nach vorne, die bereits im abgelaufenen Jahr mit ihren Beschäftigungsangeboten zu den Markttreibern zählten.

Corona: Auswirkungen auf Handel

Die Corona-Pandemie werde nachhaltige Spuren in der Handelslandschaft hinterlassen. Davon seien die Spielwarenhersteller überzeugt. Sie reagierten mit einer Doppelstrategie auf das veränderte Konsumverhalten der Deutschen: So glaubten 7 Prozent der Befragten, dass die Kunden wieder voll und ganz in den stationären Spielwarenhandel zurückkehrten, 54 Prozent glaubten, dass das nur teilweise gelingt. Deshalb stehe für 65 Prozent der Ausbau des Vertriebs über eigene Webshop-Lösungen und die Nutzung von Social Media (61 Prozent) oben auf der Agenda.

Die Spielwarenhersteller wüssten dennoch um die Bedeutung des stationären Spielwarenfachhandels als Schaufenster und Erlebnisort für die Kunden. 50 Prozent wollten auch in diesem Jahr gezielt diesen Vertriebskanal unterstützen, wie sie es bereits im ersten Lockdown durch diverse Maßnahmen praktiziert haben. Darüber hinaus wünschten sich die Spielwarenhersteller mehr Unterstützung durch die Politik. Hier sehen 70 Prozent der Befragten erheblichen Nachbesserungsbedarf, vor allem was Unterstützungsmaßnahmen anbelange. „Das könnte unter anderem auch ein Indiz dafür sein, dass unsere Mitglieder genau wissen, welche besonderen Lasten der stationäre Spielwarenhandel gegenwärtig zu tragen hat“, sagt Ulrich Brobeil, DVSI-Geschäftsführer.

Schwieriges Jahr für Lizenzprodukte

Weil wegen Corona diverse Kinofilme verschoben wurden oder ins Netz abwanderten, sei 2020 ein schwieriges Jahr für neue Lizenzthemen gewesen. „Davon profitieren zwar die Klassiker, aber die Spielwarenbranche, in der rund zwanzig Prozent des Umsatzes mit Lizenzthemen generiert wird, lebt auch von neuen Blockbustern oder der Einführung von neuen Charakteren“, sagt Brobeil. Auch die Flaute im Kino trage nicht zur Stimmungsaufhellung bei.

Die Pandemie habe auch Einfluss auf das Thema Nachhaltigkeit. Zeigten sich im Oktober 2019 fast zwei Drittel bei der Umfrage zum jährlichen DVSI Index davon überzeugt, dass ökologische Nachhaltigkeit ein Thema mit hoher wirtschaftlicher Relevanz für die Spielwarenindustrie geworden sei, habe es aktuell etwas an Bedeutung verloren. Gleichwohl glaubten 17 Prozent, dass die Pandemie ein Treiber für mehr ökologische Nachhaltigkeit sein könne.

Verband der Spielwarenindustrie (DVSI)
Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) vertritt seit 1991 die Interessen von rund 230 Unternehmen der deutschen Spielwarenbranche gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der DVSI steht laut Selbstauskunft für mehr als 80 Prozent der Spielwaren in Deutschland. Unter anderem sind folgende Spielverlage Mitglieder: Abacus, Amigo, Asmodee, Games Workshop, Goliath, Haba, Hasbro, Huch!, Jumbo, Mattel, moses, Piatnik, Ravensburger, Schmidt, Simba Dickie Group (unter anderem Noris und Zoch), Spin Master und Weible. Sitz des DVSI ist seit Januar 2015 Nürnberg. Die Verbandspolitik wird von einem ehrenamtlichen Vorstand und der Geschäftsführung gestaltet. Geschäftsführer des DVSI ist Uli Brobeil.