Umsatz mit Gesellschaftsspielen und Puzzles in Deutschland um 14 Prozent gestiegen

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In Deutschland ist der Umsatz mit Brettspielen und Puzzles von Januar bis einschließlich August 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent gestiegen. Das teilte der Verband Spieleverlage mit und bezieht sich dabei auf Daten des Marktforschers NPD Group/Eurotoys.


In diesem Artikel dreht sich alles um den Umsatz mit Gesellschaftsspielen und Puzzles von Januar bis einschließlich August 2021. Details zum Umsatz mit Spielwaren für 2020 findet ihr in unserem Artikel Umsatz mit Gesellschaftsspielen und Puzzles in Deutschland 2020 um 21 Prozent gestiegen.

Das größte Umsatzplus hätten – wie schon im Vorjahr – Erwachsenenspiele erzielt, mit einem Zuwachs von etwa 14 Prozent. Neben Escape- und Exit-Spiele seien auch Spiele mit Krimi- oder Detektivthemen beliebt gewesen. Kooperative Spiele und Klassiker seien ebenfalls oft auf den Tisch gekommen. Das gelte auch für Zwei-Personen-Spiele. Der Umsatz mit Kartenspielen sei um 9,3 Prozent gestiegen, der mit Reisespielen um neun Prozent. Kinderspiele hätten ein Umsatzplus von etwa zwölf Prozent erzielt. Der Umsatz mit Erwachsenenpuzzlen sei im Vorjahr um knapp fünfzig Prozent gewachsen. Dieses Jahr habe das Umsatzniveau bisher fast gehalten werden können, weitere Zuwächse seien aber – anders als bei Spielen – nicht erzielt worden.

Für das Weihnachtsgeschäft rechnet die Branche mit einem ähnlichen Wachstum. „Wir sind optimistisch, dass Spiele an Weihnachten begehrte Geschenke sein werden und wir eine steigende Anzahl an Menschen jeglichen Alters haben werden, die gerne spielen“, sagt Hermann Hutter, Vorsitzender des Branchenverbandes Spieleverlage.

Die Brettspielbranche befindet sich damit weiter im Aufwand. Im Corona-Jahr 2020 stieg der Umsatz mit Gesellschaftsspielen und Puzzles laut Branchenverband Spieleverlage um 21 Prozent auf deutlich über 700 Millionen, nach unseren Berechnungen auf etwa 718 Millionen Euro.

Spiel 2021: Branche setzt große Hoffnungen in die Messe

Große Hoffnung setzt die Branche in die Spiel. Die Messe ist der Startschuss für die umsatzstarke Weihnachtszeit, in der die Branche 40 bis 50 Prozent ihres Jahresumsatzes erzielt. Die Publikumsmesse fand 2020 wegen Corona nur digital statt. Dieses Jahr öffnet sie vom 14. bis zum 17. Oktober ihre Tore.

„Mit großer Spannung erwartet die Branche die neue Ausgabe der Messe ,Spiel‘ in Essen. Sie ist einer der Höhepunkte im Spielejahr und weltweit die bekannteste Messe der Branche. Viele Neuheiten, die aufgrund von Corona geschoben wurden, oder nur mühsam entwickelt werden konnten, werden dort präsentiert“, sagt Hutter. Auch Henning Poehl ist glücklich, dass die Spiel 2021 wieder in Präsenz stattfindet. Er ist Vorstandsmitglied der Vertriebsgenossenschaft Spiel direkt, die vor allem kleinere Verlage vertritt. „Die letzten knapp zwei Jahre waren für viele unserer Mitglieder eine schwere Zeit. Zwar steige die Nachfrage nach Gesellschaftsspielen, aber unsere Verlage leben vom direkten Kontakt mit den Kunden und von den vielen kleinen und großen Spiele‐Events“, sagt Poehl. Für ihn sei die Spiel 2021 „so etwas wie ein Neustart ins Geschäft“.

Dennoch bleibt die Situation schwierig. Eine Reihe von Verlagen nimm nicht an der Spiel teil – darunter große Verlage wie Asmodee aber auch kleinere Verlage. „Das liegt an der Pandemiesituation, die eine Planung generell erschwert hat, und den damit verbundenen besonderen Hygiene‐Auflagen“, sagt Poehl.

Brettspielbranche kämpft mit Lieferproblemen

Zudem kämpfen viele Verlage mit Lieferproblemen. „Die Pandemie hat zu enormen Rückstaus in Häfen geführt. Daher sind auch die Produktionsstätten in Europa teilweise auf Monate ausgebucht. Zugleich gibt es Materialengpässe und extrem gestiegene Rohstoff‐ und Logistikpreise. Allein die Transportkosten von
Fernost haben sich mehr als verdoppelt“, sagt Poehl.

Containermangel, fehlende Logistikkapazitäten, verlängerte Lieferzeiten und steigende Rohstoffpreise lassen die Kosten für die Verlage steigen. Viele Unternehmen haben darauf bereits mit Preissteigerungen reagiert. Verlage, die bisher darauf verzichten haben, werden wohl bald nachziehen. „Mittelfristig werden sich diese [gestiegenen] Kosten in einer angemessenen Preisanpassung wiederfinden“, schreiben auch die Spieleverlage.

„Umsatzrückgang im Fachhandel von etwa 15 Prozent“

Sorgen macht sich die Branche um die stationären Fachhändler. Sie hätten 2021 bisher im Schnitt einen Umsatzrückgang von 15 Prozent verkraften müssen. Der Onlinehandel boome dagegen weiterhin. Auch die Handelsformate, die nicht wegen Corona schließen mussten, hätten ihren Umsatz steigern können. „Wir haben gesehen, dass viele Handelsfirmen auch außerhalb der Spielwarenbranche ihr Spielwarensortiment ausbauen. Der Buchhandel ist an erster Stelle zu nennen, Große Buchhandlungen haben heute oft große Spieleabteilungen. Wir sehen aber auch sogenannte Concept-Stores, die sich mit Spielen anreichern. Auch in einigen Lifestylegeschäften ist das Thema Spiel inzwischen gut integriert“, sagt Hutter

Verspielte Berichterstattung
In der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien wächst das Interesse am Thema Spiel. In den vergangenen zwei Jahren sind zahlreiche neue Blogs, Podcasts und YouTube-Kanäle an den Start gegangen. Auch Printmedien berichten wieder verstärkt über Spiele. Auf unserer Partnerseite zuspieler.de findet ihr Links zu aktuellen Beiträgen von mehr als 180 Brettspiel-Blogs, Spielemagazinen, Vlogs und Spiele-Podcasts. Die RSS-Feed-Übersicht aktualisiert sich automatisch alle dreißig Minuten.